Babys brauchen uns als Anker! Liebevolle Begleitung, Sicherheit, Nähe & Co‑Regulation
- 26. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
Jede Mama kennt diesen Moment: Das Baby weint, und in uns gehen sofort alle Alarmglocken an. Was braucht mein Baby jetzt? Ist etwas passiert? Ist es einfach müde, überreizt oder braucht es gerade nur Nähe? Kommt vielleicht ein neuer Zahn oder steckt es mitten in einem Entwicklungssprung?
Die Zeit mit einem Baby ist eine der freudvollsten, aber auch intensivsten Phasen unseres Lebens. Wir wachsen als Familie über uns hinaus, lernen täglich Neues und bauen eine Verbindung auf, die weit über das Wort Liebe hinausgeht. Gleichzeitig stehen wir vor der großen Aufgabe, die Signale unseres Babys zu verstehen. Babys können noch nicht sprechen, also drücken sie ihre Gefühle und Bedürfnisse vor allem über ihr Weinen, ihre Körpersprache und ihre Nähe Bedürfnisse aus. Damit sie sich sicher fühlen und lernen, ihre Emotionen zu regulieren, brauchen sie eine liebevolle und bindungsorientierte Begleitung. Sie brauchen uns als sicheren Anker an dem sie sich orientieren können.

Verbindung keine Erziehung
Da komme ich bereits zum ersten Punkt: Babys brauchen Verbindung und keine Erziehung.
Damit meine ich im übrigen auch alle Menschen! Jeder wünscht es sich die vollste liebevolle Aufmerksamkeit von seinen Eltern zu bekommen. Nur leider wurden, ich würde behaupten über 90% der Menschen, anders erzogen. Wahre Bindung beruht in meinen Augen auf Nähe, zuhören, Sicherheit und Autonomie. Korrigieren und Bewertungen, sowie Druck, oder ''Du musst'' gehören definitiv nicht dazu.
Bindung bedeutet für mich, eine einfühlsame, freiwillige Verbindung zwischen Menschen, die auf gegenseitigem Verständnis der Bedürfnisse beruht.
Dazu möchte ich noch erwähnen das Lob und Belohnungen hier ebenfalls fehl am Platz sind. Ich möchte es in den Worten von Alfie Kohn sagen: „Lob und Strafe sind zwei Seiten derselben Medaille – sie trennen uns von unseren Bedürfnissen.“ Darauf gehe ich aber gerne in einem anderen Blogartikel ein.
Babys kommen nicht auf die Welt, um „funktionieren“ zu lernen. Sie kommen, um gehalten zu werden, um Sicherheit zu spüren, um in Beziehung zu wachsen. Wenn wir Babys und Kinder nicht erziehen, sondern begleiten, schützen wir ihr Urvertrauen mit dem sie auf die Welt gekommen sind. Sie spüren, dass sie richtig sind. Sie spüren, dass ihre Bedürfnisse wichtig sind. Sie spüren, dass Beziehung sicher ist.
Sicherheit, Nähe & Co‑Regulation
Ein Baby, das Sicherheit, Nähe und Co‑Regulation erlebt, entwickelt ein inneres Gefühl von:
Ich bin gehalten. Ich bin wichtig. Ich bin richtig!
Diese drei Dinge bilden ein wichtiges Fundament für:
Urvertrauen
Empathie
Bindungsfähigkeit
Selbstwert
emotionale Stabilität
eine gesunde Gehirnentwicklung
Babys brauchen Sicherheit. Wenn Babys Sicherheit spüren, kann ihr Nervensystem sich entwickeln, ihr Gehirn reifen und ihre Neugier wachsen. Ebenso sind sie wesentlich entspannter und fühlen sich nicht überfordert.
Eine große Aufgabe von uns Eltern, vor allem der Mutter, ist es zu spüren was braucht mein Kind gerade, um sich sicher zu fühlen? Wir Mütter haben da ein ziemlich gutes Bauchgefühl und dürfen auf unsere Intuition vertrauen. Ein Beispiel aus meiner Mutterschaft möchte ich an dieser Stelle mit euch teilen. In den ersten Lebensmonaten unseres Sohnes mochte ich Ihn ungern aus meine Hände geben (sogar ungern an Oma & Opa). Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt. Wir haben sowieso schon ganz wenig Besuch gehabt oder waren so gar nicht unterwegs mit ihm (außer die täglichen Spaziergänge). Ich spürte in mir, dass er noch gar nicht richtig auf der Erde angekommen ist und wollte ihn permanent an mir dran haben und in eine Art Kokon um mich wickeln. Ich habe auch von anderen Müttern gehört, dass sie ähnliche Gefühle hatten. Erst später als mein Sohn mehr das zuhause entdeckte mit 6 Monaten merkte ich das das Band nach und nach mehr losgelassen werden kann. Mit 9 Monaten war er so richtig da und wollte die ganze Welt am liebsten erkunden. Ab den Zeitpunkt spürte ich, jetzt ist er bereit für anderes und ich bin sozusagen der Anker zu den er immer kommen kann. Aber nicht nur das ist für mich eine Art Sicherheit die Babys brauchen.
Babys brauchen:
verlässliche Bezugspersonen, die da sind
körperliche Sicherheit
emotionale Sicherheit. Das bedeutet, weinen ist erlaubt. Frust ist erlaubt. Nähe suchen ist erlaubt. Rückzug ist erlaubt. Also die Gefühle dürfen gelebt werden. Wir Eltern dürfen die Kinder durch die Gefühle begleiten.
Routinen, die Orientierung geben
ein Umfeld, das sie nicht überfordert
Babys brauchen Nähe
Nähe ist eine biologische Notwendigkeit! Nicht nur nach der Geburt sollten sie viel Hautkontakt mit Mama haben sondern auch danach. Nähe ist zum Beispiel Hautkontakt, getragen werden, Blickkontakt, gemeinsames Schlafen oder zumindest Schlafen in Reichweite, liebevolle Berührung, Mamas stimme. Babys sind darauf ausgelegt, in Verbindung zu leben, nicht allein.
Nähe ist enorm wichtig für:
Herzschlag
Atmung
Stresshormone
Temperatur
Verdauung
Schlafrhythmus
Babys brauchen Co-Regulation
Was bedeutet das genau? Ein Erwachsener hilft dem kindlichen Nervensystem, sich zu beruhigen. Denn Babys können sich noch nicht selbst regulieren. Durch eine liebevolle Co-Regulation der Eltern lernt das Baby später Selbst-Regulation.
Babys brauchen:
jemanden, der ruhig bleibt, wenn sie weinen
jemanden, der ihre Gefühle spiegelt
jemanden, der sie hält körperlich und emotional
jemanden, der nicht bewertet, sondern begleitet
Ich habe bei mir selbst die Erfahrung gemacht das ich selbst nie wirklich gelernt habe, wie ich mit meinen Gefühlen umgehen soll. Dazu habe ich einen Telegram Beitrag geschrieben. Den Beitrag möchte ich hier auch nochmal erwähnen, weil er so gut hier reinpasst.
Gefühle dürfen da sein. Bei unseren Kindern. Und bei uns! Etwas, das wir unseren Kindern heute so selbstverständlich mitgeben möchten „Deine Gefühle dürfen sein, du darfst ihnen Raum geben“ ist oft genau das, was wir selbst erst wieder lernen müssen.
Viele von uns sind groß geworden mit Sätzen wie:
„Jetzt stell dich nicht so an.“
„Hör auf zu weinen.“
„Reiß dich zusammen.“
Und irgendwann haben wir begonnen, unsere eigenen Gefühle zu verstecken, zu schlucken oder zu übergehen. Wir dürfen selbst wieder lernen, was wir unseren Kindern beibringen wollen. Wir dürfen lernen, dass Wut nicht gefährlich ist. Dass Traurigkeit nicht schwach macht. Dass Überforderung kein Versagen ist. Dass Freude nicht zu viel oder laut sein kann. Jedes Gefühl ist wie ein Besucher der gesehen werden möchte und dem wir freudig zuwinken dürfen. Ja der Besucher darf da sein!
Wenn wir unseren Kindern erlauben, ihre Gefühle auszudrücken, dann öffnen wir gleichzeitig einen Raum für uns selbst. Einen Raum, in dem wir heilen zusammen mit unseren Kindern. Gefühle dürfen da sein. Bei ihnen und bei uns.
Den Telegram Kanal ,,Natürlich Muttersein'' findest du hier :
Nochmal zusammenfassend, damit wir unsere Kinder durch ihre Gefühle begleiten können brauchen wir zuerst die Fähigkeit, uns selbst in solchen Momenten zu halten. Nur wenn wir innerlich geerdet sind, können wir auch für unser Kind ein sicherer Anker sein.
Ein hilfreicher Schritt besonders dann, wenn Überforderung oder starke Emotionen in uns aufsteigen ist das bewusste Benennen des eigenen Gefühls. Ich habe mir in solchen Momenten oft innerlich gesagt: „Okay, da ist gerade Wut/Stress/Überforderung. Dieses Gefühl darf da sein. Ich bin für mich und mein Kind da.“ Allein dieses Anerkennen schafft Raum, nimmt Druck und bringt uns zurück in unsere eigene Mitte.
In weiteren Beiträgen möchte ich tiefer darauf eingehen, wie wir Selbstregulation lernen und üben können damit wir nicht explodieren, wenn etwas nicht so läuft wie geplant oder wenn die Gefühle unserer Kinder uns überwältigen. Ganz wichtiges Thema, wie ich finde!
Unsere Babys brauchen uns nicht perfekt, sondern präsent! Elternschaft ist nicht nur ein Weg, den wir für unsere Kinder gehen, es ist auch ein Weg zurück zu uns selbst. Jeder Moment, in dem wir unser Kind halten, ist auch ein Moment, in dem wir ein Stück unserer eigenen Geschichte heilen dürfen.
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